Atelier Café Ellerbek

Konzept

Das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt

Das Atelier-Café Ellerbek – bestehend aus dem Café Vielfalt und dem
Atelier Freistil –  wird in Trägerschaft der GSHN/KJSH-Stiftung betrieben. Das Angebot ist ein Arbeits- und Beschäftigungsprojekt für Menschen mit psychischer Behinderung in Kooperation mit dem Amt für Soziale Dienste (Eingliederungshilfe) Kiel. Mit ihnen und den pädagogisch/künstlerischen Mitarbeiter:innen wird das A+B Projekt betrieben.

Im Café Vielfalt und im Atelier Freistil können bis zu 22 Menschen mit Behinderung die Möglichkeiten einer sinnstiftenden Tätigkeit und Tagesstruktur in der Küche, im Service, am Tresen oder im künstlerischen Bereich erhalten.

Zudem gibt es einen kleinen „Draußen-Arbeitsbereich“, der die Grünpflege des alten Brunnens  und des Café Vorplatzes beinhaltet. 

Die Teilnehmer:innen können flexibel, je nach Neigung und „Tagesform“ in den jeweiligen Bereichen tätig sein. Sie werden von sozialpädagogischen Fachkräften und in den einzelnen Gewerken durch fachliche Anleiter:innen unterstützt und begleitet.

Es findet eine fundierte pädagogische Begleitung statt, die die Belastungsgrenzen und die Ressourcen beleuchtet, so dass eine individuelle Erprobung, Entwicklung und Stabilisierung möglich wird.

Die Basis der sozialpädagogischen Arbeit liegt in dem Ansatz der systemischen Beratung. Dieser fokussiert die Ressourcen und Fähigkeiten der Beschäftigten des A+B Projektes. Sie werden dabei unterstützt, als „Expert:innen in eigener Sache“ für ihre Situation in ihrer Lebenswelt den eigentlichen Beitrag für die Veränderungsarbeit zu leisten. Die Begegnung auf Augenhöhe und die Berücksichtigung der inneren Motivation in Wechselwirkung mit dem sozialen Umfeld und der Umwelt spielt eine zentrale Rolle. Krisen werden als Chance erkannt und gemeinsam und wertschätzend werden mit den Beschäftigten Lösungsansätze erarbeitet.

Sozialraumorientierung

In Ergänzung zu dem A+B Projekt werden sozialräumliche Hilfen angeboten. Hierbei geht es um Unterstützung und Beratung, Freizeitaktivitäten, unterschiedliche Veranstaltungen im Stadtteil und Vernetzung mit anderen (sozialen) Einrichtungen.

Im „Café Vielfalt“wird Menschen mit Behinderung ein barrierefreies Unterstützungs- und Beratungsangebot direkt in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld vorgehalten. Individuelle Hilfen vor Ort, die von gut vernetzten Leistungserbringern angeboten werden, tragen dazu bei, dass Menschen mit Behinderung so selbstbestimmt und autonom wie möglich in ihren eigenen Wohnungen leben können. Hierbei geht es darum, neue, bedarfsgerechte Angebote im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen mit Behinderung zu entwickeln. Ebenfalls soll das Gemeinwesen z.B. in Form von ehrenamtlicher Tätigkeit, Nachbarschaftshilfe oder Patenschaften mobilisiert werden. Weiterhin streben wir an, Zugänge zu neuen Hilfeformen zu entwickeln, die mittelfristig dazu führen sollen, dass vorhandene Regelangebote durch sozialräumliche Angebote abgelöst werden können.

Im Fokus dieser sozialräumlichen Orientierung steht die in der UN-Konvention formulierte Prämisse, dass Menschen mit Behinderung nicht verpflichtet werden können, in bestimmten Einrichtungen zu leben, sondern bedarfsgerecht in ihrem Lebensumfeld unterstützt werden müssen und Zugang zu allen Diensten und Einrichtungen in ihrem Lebensumfeld haben sollen. Vielfalt ist erwünscht! – Inklusion ist Lebensqualität!

Das Café Vielfaltträgt zu einem Mehr an bürgerschaftlichem Miteinander bei. Hier können sich junge und alte Menschen, Menschen mit und ohne Behinderung im gemütlichen Café ganz selbstverständlich begegnen, verschiedene Angebote nutzen, sich aktiv in die Gestaltung ihres Stadtteils einbringen, sich beraten lassen oder konkrete Hilfen erhalten, wenn sie das möchten.

Es ist ein Ort der Begegnung, der mitten im Gemeinwesen angesiedelt ist und sicherstellt, dass Menschen mit und ohne Behinderung ganz ungezwungen miteinander in Kontakt kommen. Menschen mit Behinderung leisten hierbei einen wertvollen Beitrag für das Gemeinwesen. Diese Begegnung trägt dazu bei, dass Vorurteile und Barrieren in den Köpfen der Menschen abgebaut werden. Inklusion wird gelebt.

Beispiele für mögliche Angebote für Menschen mit Behinderung aus dem Stadtteil:

> Entlastende Gespräche und weiterführende Beratung in Krisensituationen

> Offene Gruppenangebote

> Angehörigenhilfe (Beratung und Selbsthilfe)

> Selbsthilfegruppen

> Unterstützung und Beraten bei Behörden- und Ämterangelegenheiten, ggf. Begleitung

> Beratung und Unterstützung bei der Suche/Übernahme einer individuell geeigneten
   ehrenamtlichen Tätigkeit (auch im „Atelier-Café Ellerbek“)

> Beratung und Unterstützung bei Wohnungsfragen

> Beratung und Unterstützung bei Konflikten und Krisen im Wohnumfeld usw.

Durch die gemeinsame Gestaltung des Vorplatzes und der Grünanlagen im stillgelegten Brunnen ist ein Begegnungsraum geschaffen worden. Hier finden unterschiedliche Veranstaltungen (z.B. Flohmärkte und Stadtteilfeste) statt. Der ehemals belebte und den Ellerbeker Bürger:innen gut bekannte Platz ist so wieder zum Leben erweckt und als sozialer Treffpunkt neu etabliert worden.

Vernetzung

Das „Atelier-Café Ellerbek“ – ein Kooperations- und Vernetzungsprojekt

Wir sind ein inklusives Stadtteilprojekt – ein Projekt für Menschen mit und ohne Behinderung – wir halten Angebote für alte und junge Menschen, mit und ohne Migrationshintergrund – also für die Menschen, die im Stadtteil leben, vor. Dieses Projekt kann nur in enger Kooperation mit der WBG Kiel Ost, dem Amt für Wohn- und Grundsicherung, der Leitstelle Älter werden und vielen anderen Einrichtungen, Vereinen und Verbänden gelingen. Ohne Vernetzung geht’s nicht! Es geht also auch darum, Ressourcen zu erschließen und wichtige Akteur:innen aus dem Stadtteil an einen Tisch zu bringen.

Teilhabe ist erwünscht – Mitbestimmung ist ein elementares Ziel. Dies gilt selbstverständlich auch für soziale Dienstleister:innen, Bürgerinitiativen und Vereine aus dem Umfeld – wir wünschen uns Kooperation! Nur gemeinsam lassen sich vielfältige Angebote und Möglichkeiten schaffen, die den Bedarfen und Interessen möglichst vieler Menschen aus dem Stadtteil gerecht werden und dazu beitragen Inklusion zu leben und zu erleben.

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